Die Berliner Staatsbibliothek will ihre Zettelkästen mit Millionen von Karteikarten wegwerfen. Udo Knapp argumentiert in seinem Kommentar für taz FUTURZWEI: Wer Zettelkästen wegschmeißt, wird irgendwann auch Bücher wegschmeißen, wer braucht sie, es gibt ja das E-Book. https://taz.de/!vn6109411/
@tazgetroete Ich habe Historiker:innen eines Heimatmuseums erlebt, die irgendwann nach der Wende ihr Bureau aufräumten und Berliner Stadtpläne der DDR wegwarfen. Die waren "jetzt" ja unbrauchbar... 🎓🗿🎖️
@fuzzyleapfrog Ich finde, Studis sollten ruhig lernen, auch im "Zettelkatalog" zu suchen, um das zu schätzen, was wird heute für jedermann und für die Wissenschaft insbesondere haben. Zum anderen werden gerade jetzt Suchmaschinen dank KI immer schrottiger, so daß ich hoffe, daß es für die Wissenschaft immer noch die reine Volltextsuche gibt. Ansonsten ist die Zettelsuche irgendwann wieder schneller als diese Hypemist! Außerdem will ich mit Dir nicht weiter diskutieren! @tazgetroete
@vegos_f06 Es geht nicht um das Wegwerfen von Stadtkarten oder Büchern oder ähnlichem, sondern um das Suchmittel "Zettelkatalog" und undurchdacht ist an der Diskussion wenig. Im Gegenteil machen sich Bibliotheksmitarbeitende sehr viele Gedanken darum, was wie durch die Bereitstellung von Digitalisaten geschützte werden kann, was man wie am besten analog archiviert und aufbewahrt. Analoges braucht ja auch besonderer Pflege und Bedingungen. @tazgetroete
@lobingera@compschubser@tazgetroete Ich habe mich ganz ehrlich gesagt die ganze Zeit gefragt, welche ergänzenden Hinweise das sein sollen. Die Information fehlt mir.
Zitat: "Die Library of Congress in Washington, die größte Bibliothek der Welt, die Nationalbibliothek in Paris, die bayerische, die österreichische Staatsbibliothek und andere halten an den Zettelkästen neben ihren E-Katalogen fest."
und es taucht mehrfach im Text auf, das der Zettelkasten eben nicht vollständig ("der aber die ergänzenden Hinweise auf den Karteikarten nicht übernommen hat.") übernommen ist.
@jpthiele@tazgetroete Die Geschichte zu kennen ist nicht verkehrt, sonst wird mensch überheblich! Das heißt nicht, daß Zettelkataloge weitergeführt und sogar digitale Medien eingearbeitet werden sollten. Genau so wenig müssen wir heute noch mit Fortran Statistiken auswerten oder mit einem gespaltenen Stein eine Hütte bauen. Es aber gesehen oder vielleicht sogar einmal selber gemacht zu haben ist inspirierende Bildung. Und beim Erhalt des Zettelkataloges der Stabi sollte es um diesen als Zeitzeugnis und evtl. sogar Forschungsgegenstand gehen. Der Freiraum von dem der vielleicht doch etwas nostalgische Herr Knapp spricht, besteht heute bestimmt nicht mehr aus den alten Zetteln in den Kästen. Aber er weist zurecht darauf hin, daß wir uns durch die Digitalisierung dem Regime der Markführer unterwerfen, wenn wir dafür deren Services nutzten. Es fehlt leider der Hinweis auf Open Source. Selbst wenn es da vielleicht noch keine brauchbare Lösung gäbe und die erst noch geschrieben werden müßte, wäre Open Source langfristig trotzdem die bessere Lösung. Und da bleibt es immer nur bei Lippenbekenntnissen der marktführergeilen oder geschmierten Politiker.
Ich hätte damals übrigens gerne Fortran gelernt, aber die Veranstaltung war hoffnunglos überlaufen und ich gehörte zu den Herausgeekelten. ... ohne ausreichend Mathekenntnisse, geht das natürlich nicht usw. Ein Kommilitone meinte, so wild ist das gar nicht.
@vegos_f06@fuzzyleapfrog@tazgetroete dann hätte ich meinen Studies auch Fortran 77 und Lochkarten beibringen sollen? 😱 Wie lang soll denn ein Studium dann gehen wenn man immer bei Werkzeugen von Anno dazumal anfängt? Der Azubi beim Tischler muss ja auch nicht mehr in den Wald um die Zutaten für seine ersten Steinwerkzeuge zu sammeln. Außerdem bringt mir das Wissen über die Benutzung von analogen Zettelkatalogen überhaupt nichts wenn es keine mehr gibt die gepflegt werden.
@tazgetroete „1995 hat der Bundestag die bis dahin geltende Pflicht für die Verleger aufgehoben, von jeder Neuerscheinung ein Exemplar der Stabi kostenlos zur Verfügung zu stellen.“
Das ist sehr, sehr grob vereinfacht dargestellt. Hat der Meinungshabende irgendwas recherchiert, bevor er angefangen hat zu schreiben?
@vegos_f06@fuzzyleapfrog@tazgetroete Aber der Katalog ist genau so ein Werkzeug wie die anderen beiden Dinge. Und wie an anderer Stelle schon erwähnt wird ein Teil als "Zeitkapsel" aufgehoben aber dafür brauche ich nicht den vollen Katalog.
Und in der Wissenschaft und im Bibliothekswesen gibt es zum Glück viele Open Source Lösungen und auch die Awareness, dass das wichtig ist.
@jpthiele Eine Zeitkapsel fände ich nicht so gut. Ein Zettelkatalog ist komplexer als eine Steinzeitaxt. Und wenn da sogar Ost-West Geschichte und sicher auch andere Zeitgeschichte drin steckt, wäre es vielleicht doch besser, den ganzen Untersuchungsgegenstand zu erhalten. Gehäxelt ist schnell. Der FAZ-Artikel via @AnjaWachsmuth weiter unten ist auch interessant.