ich rühme mich ja damit, dass mein 2023 erschienenes paper über llms und die zukunft der arbeitswelt bei der hans böcklerstiftung nach so langer zeit immer noch erstaunlich viel gültigkeit hat, aber wenn ich ehrlich bin, bereue ich, nicht im fazit geschrieben zu haben:
„wir müssen diese technologie niederbrennen, bevor es zu spät ist!“
was ich irgendwie nicht auf dem schirm hatte, war der erschreckend dünne, eigentlich gar nicht vorhandene zeitliche korridor, in dem die öffentliche meinung von „so ein quatsch, das ist doch kein faschismus!“ zu „och, faschismus ist doch gar nicht so schlimm?“ springt.
so langsam schält sich bei mir eine funktionale differenzierung zwischen bluesky und mastodon heraus. bluesky ist mein propaganda-labor, wo ich skandalierungs-fähige semantiken für strukturelle ungerechtigkeiten sammle und teste.
mastodon in gewisser weise auch, aber weniger und ist mehr meine öffentliche nachdenkecke.
peter thiel maximiert sein BATNA, um die kosten für seine (wahrscheinlich schief gehende) wette auf dem trump-pfad zu hedgen und damit zu externalisieren.
das schöne an der politischen ökonomie der pfadgelegenheiten ist, dass sie sich selbst erklärt.
und zwar jeden tag in den news aufs neue, in der politik, an der börse, an der straße von hormus, etc. man muss nur die beobachtungen ernst nehmen, dann kann man die mechanismen nehmen und auf andere wirtschaftliche zusammenhänge anwenden und siehe da:
daraus ergibt sich dann ein viel konsistenteres ganzes, als es die bullshitabstraktion des "marktes" je vermochte.
dass „der markt“ im politikersprech in wirklichkeit immer schon „drei oligarchen im trenchcoat“ bedeutete, merkt man in den momenten, in denen „der markt“ ignoriert und politisch überstimmt wird, weil die drei oligarchen unzufrieden mit seinem outcome sind.
ich weiß, das ist alles todernst und mir wird mein lachen noch vergehen, aber bisher ist der irankrieg auch einfach die glorreichste slapstickkomödie, die ich seit langem gesehen habe. die coen brothers hätten das nicht besser schreiben können.
detaillierte aufschlüsselung des entscheidungsprozesses zum irankrieg. basically: netanyahu hat trump belatschert und alle anderen um ihn herum sind willenlose ja-sager. money quote:
„Everyone deferred to the president’s instincts. They had seen him make bold decisions, take on unfathomable risks and somehow come out on top. No one would impede him now.“
diese ft geschichte bringt mich auf ein geschäftsmodell:
eine openclaw farm mit hunderten von bots, die sich überall als coder*innen bewerben, sich einstellen lassen und einfach solange arbeit simulieren, bis sie auffliegen. (das kann früher sein, aber ich schätze, in manchen teams kann man da einige monate rausschlagen)
die nachkriegsgeneration hat eine menge scheiß gebaut und ich wünsche mir definitiv nicht ihre welt zurück.
aber sie hatten etwas entscheidendes, was uns heute fehlt.
angst vor krieg.
also so richtige angst. eine angst, die weiß, was krieg bedeutet. die weiß, was absolute fremdbestimmung bedeutet. ständige körperliche unsicherheit. hunger. echter hunger.
die meisten von uns hatten in ihrem leben noch keinen hunger. jedenfalls nicht, wie es diese generation definieren würde.