Ich wollte wissen, was Elon Musk mit "Grok" meint und habe daher einen alten Science Fiction gelesen: Stranger in a Strange Land von Robert A. Heinlein (von 1961), https://www.youtube.com/watch?v=7pERzG8ubzY
Sie haben tatsächlich vergessen, was liberale Demokratie bedeutet. Dass es in einer Demokratie, die diesen Namen verdient, unser aller gutes Recht ist, die Verfassung schlecht zu finden und das auch zu sagen. Dass die Grenze, an der ein freiheitlicher Staat eingreifen soll, das Strafrecht ist und nichts anderes. Es sind solche Dinge, die ich mit #PostpatriarchalesChaos meine: Sie haben keine Werte mehr, denen sie sich verpflichtet fühlen, alles was sie denken können ist ob ihnen etwas gefällt oder nicht, und wenn nicht, dann endet ihre Liberalität und Demokratie. Emma Goldman würde jetzt übrigens sagen „Told you so“.
Ich rechne ja immer mit dem Schlimmsten, aber dass jetzt das „gesunde Volksempfinden“ wirklich als Argument der bürgerlichen Mitte zurückkehrt - okay, es geht einfach alles viel schneller als gedacht. Es ist bei denen keine Substanz da.
Ich könnte ja allein schon deshalb nie einen Oscar gewinnen, weil ich niemals diesen Drag performen würde. Oder würden sie auch Frauen in normalen Kleidern (hehe) dort reinlassen?? Hat das schonmal jemand versucht?
Und generell der merkwürdige Befund, dass ein Großteil der männlichen Politik-Journalisten nicht sehen, dass die CDU mit ihrer Behauptung einer Schmutzkampagne schlicht und ergreifend Wählerinnenbeschimpfung betreibt. Ulrike Herrmann hat das bei Lanz ganz hervorragend auf den Punkt gebracht. In dem Zusammenhang könnt ihr auch noch mal die Lanz- Sendung aus dem Jahr 2013 anschauen, in der sie darüber schwadronieren, was Laura Himmelreich in ihrem Brüderle Portrait alles angeblich falsch gemacht hätte. Dabei hat sie nur berichtet was ihre Leserinnen eben interessiert. Ziemlich schlecht gealtert. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass diese konservativen bürgerlichen Männer so fasziniert sind vom Rechtsextremismus, à la Trump und Epstein. die versprechen Ihnen nämlich, dass sie nichts dazu lernen müssen, was ihre einzige Chance ist angesichts der Tatsache, dass sie offensichtlich völlig unfähig dazu sind, etwas dazu zu lernen.
Hier eine gute Analyse von Franziska Schutzbach über "rechte Frauen". Ich habe im neuen Buch "Postpatriarchales Chaos" auch ein Kapitel dazu und sehe es sehr ähnlich. Ich würde noch (zum Stichwort "Postpatriarchal") ergänzen, dass ein Unterschied zum traditionellen Patriarchat darin liegt, dass die "Häusliche Sphäre" hier politisiert wird (während sie im Patriarchat je gerade dem Bereich des Politischen entzogen war). Und dass dieser Move ja schon bei den Hitler-Nazis war, die den Frauen staatsbürgerliche Rechte entzogen, ihnen als "Hausfrauen und Mütter" aber eine politische Aufgabe zusprachen, die sie im traditionelle Patriarchat nie hatten. Das Thema ist extrem wichtig, und es sollten sich noch viel mehr Leute aus feministischer Perspektive damit beschäftigen. Denn ein Manko der nicht feministisch geschulten Politikwissenschaft liegt auch darin, dass sie die große Bedeutung des Hausfrauen-Motivs für die Mobilisierung des neuen Faschismus überhaupt nicht versteht, weil sie noch in alten patriarchalen Kategorien denkt und das für "Privat" hält, sie erkennt das nicht als "Politisch". https://direkt-magazin.ch/meinung/glstlng/franziska-schutzbach-warum-waehlen-frauen-rechts
Lieber stationärer Einzelhandel, ich hab's nochmal mit dir versucht. Ich kaufe ja inzwischen fast alles online, weil man sich sonst die Hacken abläuft und eh nicht das findet, was man sucht, und dann irgendwas Halbgares mitnimmt. Aber Schuhe, Schuhe waren meine letzte Bastion, weil die muss man einfach anprobieren. Also ich heute auf die Zeil. Ich brauche ein paar schwarze simple Schuhe für die Occasions, in denen Sneaker dann doch nicht gehen. Aber was ist los? Alle Schuhgeschäfte sind weg. Beziehungsweise gibt es nur noch Sneaker-Geschäfte. Salmander ist weg, Goertz ist weg, sogar Bär ist weg. Was noch da ist, ist Deichmann, mit günstigem Schrott, Schuhe für 40 Euro, die aber reiben und unangenehm zu tragen sind. Und so ein Luxus-Laden mit schicken bequemen Schuhen - für 400 Euro aufwärts. Aber so ein paar normale Schuhe aus guter Qualität für 150 bis 200 Euro? Gibts offenbar nur noch im Internet. Jedenfalls nicht auf der Zeil.
Ich sage euch eine traurige Wahrheit: Entweder wir kriegen irgendwann wieder eine Mehrheit von SPD GRÜNE LINKE hin oder wir kriegen eine Regierung mit AfD-Beteiligung (wenn nicht unter AfD-Führung).
Ich glaube nicht mehr daran, dass Koalitionen der "bürgerlichen Mitte" das aufhalten. Dazu sind die Parallelen zwischen dem destruktiven Agieren der FDP in der Ampel und der AfD-affinen Teile der CDU/CSU in der jetzigen Regierung einfach zu groß. Mit dem Rückzug von Brosius-Gersdorf haben sie einen riesigen Sieg eingefahren und fühlen sich stark wie nie. Ich würde mich nicht wundern, wenn das nächste Thema schon um die Ecke wartet (die zweite Kandidatin fürs Verfassungsgericht auch noch wegmobben?).
Es ist auch albern, zu glauben, dass man diese Leute mit ein paar "Genderverboten" besänftigen könnte, wie das jetzt so ein paar Typen in Berlin versuchen. Wahrscheinlich meint Friedrich Merz es sogar ernst mit seinem Brandmäuerchen, aber er wird scheitern, und zwar an seiner eigenen Partei. Wenn ich anschaue, wie das gerade abläuft, wächst mein Respekt vor der Leistung von Angela Merkel, die im Zaum gehalten zu haben. Egal.
Für uns "irgendwie Linke" bedeutet das, wir sind auf uns allein gestellt. Wir müssen zusammenarbeiten. Wir müssen Differenzen beilegen oder de-priorisieren. Wir müssen versuchen, die faschismuskritischen Teile von FDP und CDUCSU (und die gibt es, ich kenne selber welche) zu gewinnen.
Wir müssen aufhören, die Unterschiede zwischen uns groß zu machen. Ob zwei Prozent mehr oder weniger von "unserer Seite" am Ende die Linke oder die Grünen oder die SPD wählt ist fuckegal. Wir müssen Leute von der "anderen Seite" auf unsere Seite rüberholen, egal wohin. Dazu müssen wir uns gegenseitig unterstützen, unterschiedliche Schwerpunkte und Zielgruppen ansprechen, aber uns gegenseitig stärken, nicht schwächen. Und deutlich kommunizieren, wo wirklich die Linie läuft und warum.
Wir brauchen eine positive Vision für ein Deutschland von links, für das wir uns gegenseitig brauchen und stärken.
Wir müssen versuchen, bei der Bundestagswahl 2029 zusammen eine Mehrheit zu bekommen, so unwahrscheinlich das auch jetzt ausschauen mag. Es klingt paradox, aber diese Arbeit an einer "antifaschistischen Koalition" würde uns deutlich leichter fallen, wenn wir Politik nicht dauernd mit Parteipolitik verwechseln würden. Leute, es ist nur Parteipolitik. Lasst uns die pragmatisch durchziehen und uns woanders streiten!
(Die Alternative wäre, wir geben den Versuch, ein AfD-Regierung zu verhindern, einfach jetzt schon auf. So oder so müssen wir jetzt schon Strategien entwickeln dazu, was wir machen, wenn wir damit scheitern.)
Sorry.
PS: Gerade am Küchentisch eine Strategie für die Vision "Rot-Rot-Grün in 2029" entworfen:
Die Parteispitzen in Berlin einigen sich strategisch darauf, sich nicht mehr gegenseitig Stimmen abjagen zu wollen, sondern jeweils ihren speziellen Kern zu pflegen (und den der anderen zu respektieren) und sich darauf zu konzentrieren, der "anderen Seite" Stimmen abzujagen, wobei sie dann ihre unterschiedlichen Themen und Schwerpunkte betonen.
Auf kommunaler und lokaler Ebene setzen sich die drei Parteien zusammen und überlegen sich ein konkretes Projekt, das sie in ihrem Ort gemeinsam angehen können (Schwimmbad bauen, Fußgängerzone einrichten, whatever). Dann krempeln sie die Ärmel hoch und legen los, damit das "gute Leben" greifbar und sichtbar wird.
PPS: Vielleicht haben wir allerdings nicht mal mehr Zeit bis 2029, weil die Regierung schon vorher platzt.
PS zu meinem letzten Post: Es ist sogar noch perfider, die CDUFAZetc Konservativen drehen den Spin noch eine Runde weiter und geben den Linken/Feministinnenetc die Schuld - damit, dass die so links und feministische sind, ZWINGEN sie die Konservativen ja praktisch den Faschismus zu unterstützen. Und ich bin überzeugt, dass die meisten von denen das wirklich glauben. Sie können nicht anders, sie retten gewissermaßen die Demokratie vor dem Abgrund, indem sie Faschismus machen.
Weil jetzt anlässlich des Rückzugs von Brosius-Gersdorf wiederholt zu lesen ist, dass die CDU, die FAZ, sonstwelche bürgerlich Konservative den Ernst nicht verstanden hätte oder mit ihrem Agieren einen Fehler gemacht hätte - ich glaub, das ist ein Schönreden der Situation. Ich würde diesen Leuten nicht mehr zugestehen, dass sie Beförderung des Faschismus nicht beabsichtigt hätten. So werden sie sich dann nach der Katastrophe halt rausreden. Sicher, sie wollen den Faschismus nicht wirklich gerne haben, aber sie sind in vollem Bewusstsein der Ansicht, dass das immer noch besser ist als Feminismus, Sozialismus, Kommunismus oder sonst was. Sie sind der Meinung, dass es ihr Recht und ihre Pflicht und Gottes Wille ist, dass sie den Faschismus unterstützen, falls die Alternative die bürgerlich-konservativ-patriarchal-kapitalistische Ordnung gefährden könnte. Its's not a bug, it's a feature.
Worüber man sich auch sicher sein kann: In den Schubladen der Rechtskonservativen liegen längst Pläne, das Abtreibungsrecht zu verschärfen. Soziale Indikation einschränken ist nämlich die einzig logische Konsequenz aus den Argumenten, die jetzt gegen Brosius-Gersdorf in den Ring geworfen werden. Es ist das, worauf sie eigentlich hinarbeiten.
Politikwissenschaftlerin, Journalistin, Frankfurt am Main. Das Gegenteil ist genauso falsch.Auf Mastodon auch bei kirche.social/@antjeschrupp zu finden (keine Doppelpostings)