Der EU-KidsAct erinnert mich an die Mailbox-Zeit. Von Sysops wurde verlangt, daß sie Namen und ladungsfähige Anschriften aller User parat haben. Ansonsten wurde unterstellt, daß es ein Fake-Account ist, den sie selbst angelegt haben, um pöhse Dinge™ in den Netzen verbreiten zu können. Besonders häufig wurde der Verdacht verbreitet, in Mailbox-Netzen würden Bombenbau-Anleitungen verteilt.
Noch heftiger wurde es bei „explicit content“. Sex-bezogene Diskussions-Gruppen durften Usern nur zugänglich gemacht werden, wenn den Sysops eine Kopie des Personalausweises und eine Erklärung der jeweiligen User vorlag, daß sie keine pöhsen Dinge™ darin tun werden.
Letzteres war mir damals besonders unangenehm gewesen. Denn natürlich hatten Sysops kein Datenschutzkonzept. Die Mailbox war ja schließlich ein Hobby.