Denn eigentlich sollte inzwischen jedem Menschen bewusst sein, dass es wichtig ist, anderen in Notsituationen zu helfen.
Isabell Beer: Wir hören zu unserer Recherche immer wieder die Frage: Wie konnte die Frau das nicht merken? In einer normalen Beziehung, in der man seinem Partner vertraut, kommt kaum jemand auf den Gedanken, dass hinter diffusen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Durchfall stecken könnte, dass man betäubt und vergewaltigt wurde. Man kann deshalb nicht sagen, dass Frauen das selbst merken müssten. Wir sehen durch die Professionalisierung des Netzwerks, dass die Täter sich genau überlegen, wie die Frauen möglichst nichts bemerken. Der Ansatzpunkt ist deshalb, sich die Menschen anzuschauen, die solche Inhalte teilen: Was wird verbreitet, wer steckt dahinter und lassen sich dadurch Betroffene und Täter identifizieren? Dort kann man gezielt ansetzen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, die Täter zu stoppen.
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