Ich verstehe ja die journalistische Zwickmühle, in der die ARD sich bezüglich der AfD befindet, ich verstehe aber nicht, warum die ARD darauf besteht, Mühle mit der AfD zu spielen.
Vor dem Sommerinterview war für die Frage des Tages übrigens ein anderes Thema geplant: Der Verband der Historikerinnen und Historiker fordert regelmäßige Fortbildungen für Geschichtslehrkräfte, um dem bedrohlichen Verlust an geschichtlichem Wissen unter Schüler*innen entgegenzuwirken. Ein weniger spektakuläres, aber eigentlich wichtigeres Thema. Hier das aktuelle Interview mit dem Vorsitzenden, Lutz Raphael: https://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/historiker-geschichtslehrer-brauchen-fortbildung-gegen-fakes-48897565
Die oft als „anti-elitär“ getarnte Bildungsfeindlichkeit *aller* Parteien ist — neben der irrigen Behauptung, man könne Rechtsradikale „inhaltlich stellen“ — eine der großen politischen Tragödien unserer Zeit. Die USA sind hier ein Blick in die nahe Zukunft (ich denke, sie sind uns zwei bis vier Jahre voraus).
Was ich ungefähr gesagt hätte: Die Bekämpfung von Demokratie- und Menschenfeindlichkeit muss an den Schulen beginnen, und dazu müssen entsprechend aus- und fortgebildete Lehrkräfte in ausreichender Zahl vorhanden sein. Das neoliberale Kaputtsparen der Bildungssysteme hat den Rechtsradikalen den Boden bereitet, es ist eigentlich zu spät, da gegenzusteuern, und darum allerhöchste Zeit. Aber stattdessen wird weiter kaputtgespart — das ist kein Versehen, das ist Absicht.